Heilige Orte

Offensiv leben

Schloss Reichenberg der Offensive Junger Christen (OJC) Foto: ojc

Schloss Reichenberg ist von weitem schon zu sehen. Es ist Heimat der OJC, einer Gemeinschaft die ähnlich sichtbar und klar leben will - und dabei nicht davor zurückschreckt, anzuecken.


Auf einem Bergrücken sitzt das Schloss Reichenberg. Weithin sichtbar. Als ich die hundert Höhenmeter - vom Dorf im Tal hinauf zum Schloss - erklommen habe, staune ich nicht schlecht: In den altehrwürdigen Gemäuern pulsiert das Leben - eine Schulklasse, zwei Duzend kaffeetrinkende Touristen und ein schüchterner Pilger scheinen sich wie zuhause zu fühlen. Die OJC Gemeinschaft ist es hier tatsächlich.

Entschieden Richtung geben

Sichtbare Gemeinschaft sein, erkennbar und klar, das will die OJC, erzählt mir Konstantin Mascher, der Leiter der Gemeinschaft. Während wir hinab ins Tal blicken, erinnere ich mich: Eine Stadt auf dem Berg kann nicht verborgen bleiben, heißt es einmal in der Bibel. 

Das „... fordert uns Entschiedenheit ab. Entschiedenheit ist der Feind der Beliebigkeit. Nicht im Möglichen schweben, das Wirkliche tapfer ergreifen,“ schreibt die OJC in ihren Statuten, die sie „Grammatik“ nennt. 

Die Gemeinschaft scheut nicht davor zurück, unbequeme Fragen zu stellen oder kontroverse Antworten zu wagen. Antworten hinter die ich, ehrlich gesagt, manchmal Fragezeichen setzen würde. Damit will die OJC Orientierungshilfen bieten. Es ermöglichen, wieder Richtung zu finden in einer pluralistischen Welt.

Eine streitbare Gemeinschaft

Doch ihre Positionen haben der OJC schon manches Mal öffentlichen Ärger eingebracht – nicht zuletzt 2008 beim Christival in Bremen oder 2009 beim Kongress für Psychotherapie und Seelsorge in Marburg. 

Doch Ärger scheint die OJC erst einmal nicht abzuschrecken. „Wir fürchten uns nicht vor einem Streit, denn er bringt die Wahrheit an den Tag. Indem wir streiten halten wir einander wahrheitsfähig. Distanzierte Freundlichkeit ist der sichere Weg in die Erstarrung der Gemeinschaft.“ 

Die OJC ist am Rand der Debatten der 68er Studentenbewegung in Frankfurt entstanden. Am Anfang bestanden sogar Kontakte zu Rudi Dutschke. Die Dynamik dieser Entstehungszeit und das Ringen um Wahrheit spüre ich Konstantin Mascher noch heute ab.

Würze in der Suppe

Wieder unten. Wir sitzen am Tisch, zwei Mitglieder der Gemeinschaft und ich. Dabei lerne ich, dass die OJC gar nicht auf dem Berg wohnt, sondern im Tal. Im Dorf verstreut. Nicht altehrwürdig, sondern ganz normal.

Unter den Menschen und für sie, will die OJC leben.  „Die Gemeinschaft existiert nicht um ihrer selbst willen, sondern ... hat den Auftrag, in der Welt Salz und Licht zu sein. Weder aggressiv noch depressiv, sondern würzig, offen und transparent.“ 

Die Offensive im Spiel

Tatsächlich treffe ich bei der OJC Menschen, die mir offen und wertschätzend begegnen. Die sich aber auch trauen, die verbotenen Fragen zu stellen und Alternativen zum gesellschaftlichen Status Quo zu entwickeln. Die offensiv Vorstöße wagen, in unsicheres Terrain hinein. 

Eine Offensive – selbst ein Sportverweigerer wie ich weiß, dass sie jedes Spiel braucht. Auch dann, wenn nicht alle mit ihren Spielzügen einverstanden sind.

sgd


Rituale

Teig rühren und Gelassenheit wagen

Hefeteig (CCR Chiot's Run)

Immer dieses lästige Warten! Da hat man Hunger und will sich nur schnell eine Pizza machen. Und dann dauert dieser Hefeteig immer so lange – er muss aufgehen, eine dreiviertel Stunde! Soll man ihn vielleicht in den Ofen stecken, fragt man sich, und so das ganze beschleunigen? Oder stattdessen sogar einen Fertigteig kaufen? Doch die Zeit während der Teig aufgeht, kann ich nutzen, um eine wichtige geistliche Disziplin einzuüben...
 
mehr

Angebote

20.10.2013 - 25.10.2013
Exerzitien - Eine Woche schweigen Exerzitien – eine Möglichkeit, die eigene Lebensrichtung zu ändern. Eine Woche Stille – um auf eine andere Stimme zu hören. Zeit und Stille – in einer Schweigewoche schenken Sie sich die zwei wichtigsten Schätze unseres Lebens. (...)

23.11.2013 - 23.11.2013
Workshop Lebensreise Das Leben ist wie eine Landkarte: Wo kommen wir her? Wo stehen wir jetzt? Wie wurden wir zu dem, was wir sind? Was hält uns? Wie geht es weiter? Ilona und Rainer Wälde zeigen Ihnen, wie Sie die Landkarte Ihres Lebens auswerten und den roten Faden erkennen.
(...)

18.08.2013 - 24.08.2013
Unterwegs zu den Quellen des Lebens Bereits vor drei Jahren sind wir auf die grüne Insel gereist, um dem Geheimnis der irischen Mönche auf die Spur zu kommen: Auf dem Hill of Slane bei Dublin beginnt unsere persönliche Reise zu den Ursprüngen des Christentums. 433 hat Patrick an dieser Stelle ein Osterfeuer entzündet und damit eine Bewegung ausgelöst, die im nördlichen Europa zu einem Durchbruch des christlichen Glaubens sorgte. (...)

mehr

Media

Riskier was, Mensch!

Riskier was, Mensch - Sieben Wochen ohne Vorsicht

„Sieben Wochen ohne“ macht dieses Jahr Lust, die Zeit nach Aschermittwoch bewusst zu begehen und ein risikofreudiges Leben auszuprobieren, weniger um der eigenen Abenteuerlust, als um anderer Menschen willen.

Verzichten einmal anders. Dafür waren die „Sieben Wochen ohne“ Kalender schon immer gute Begleiter. Seit 1983 ist die Aktion der evangelische Versuch, der am 13. Februar beginnenden Fastenzeit etwas abzugewinnen. Und vielleicht ist sie ja sogar eine Inspiration zu einem ursprünglicheren Fasten, einem ganzheitlichen Loslassen und Neuausrichten, im Gegensatz zu spiritualisierten Diätbemühungen.

 
mehr


Senden Sie eine E-Card an Freunde

StartHeilige OrteVorbilderRitualeAngeboteMediaNewsletter
FacebookTwitter
Newsletter
Kostenlose und wertvolle Impulse für Ihre persönliche Lebensreise.
 
Unser Newsletter informiert Sie in regelmäßigen Abständen über aktuelle Themen.
 
Newsletter abonnieren