Heilige Orte

Der Haushalt und seine Routinearbeiten

Haushaltstätigkeiten wie Putzen, Rasenmähen, Müll lehren usw. Bedeutung verleihen

Haushaltsarbeit scheint uns oft trivial zu sein. Aber Routinetätigkeiten können an Bedeutung gewinnen, auch wenn sie Routine bleiben, und zur bedeutsamen, absichtsvollen Routine werden.

Rasenmähen, Müll leeren, Abwaschen – Haushaltstätigkeiten können, wie viele Routinearbeiten, auf uns langweilig, notgedrungen und seelenlos wirken. Oder sie können Bedeutung erlangen und absichtsvoll getan werden. Auch der Haushalt oder der Garten können für uns zu heiligen Orten werden.

In weiten Teilen der christlichen Tradition gab es keine Trennung zwischen ordinären und extraordinären Arbeiten. Routinearbeiten gewannen an Bedeutung, indem sie von Gebeten begleitet wurden:

Bruder Lorenz etwa, ein Laienbruder des 17. Jahrhunderts, der in der Küche eines Karmeliterklosters beschäftigt war, sagte einmal: „Ich wende meinen kleinen Pfannkuchen in der Pfanne aus Liebe zu Gott.“ Und eine schottische Gläubige des Mittelalters betete: „Ich mache dieses Bett, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“ Das ist eine ganz konkrete Umsetzung dessen, wozu wir im Neuen Testament herausgefordert werden: „Alles, was ihr sagt, und alles, was ihr tut, soll im Namen von Jesus, dem Herrn, geschehen, und dankt dabei Gott, dem Vater, durch ihn“ (Kolosser 3,17). Haushaltsarbeit wurde also bedeutsam, indem man sich darin Gott zuwandte, die Handlung als Ausdruck seiner Hingabe verstand und sie so Gott weihte. Auch wurden banale Tätigkeiten als Bild für das eigene Leben betrachtet. So beteten irische Gläubige beim täglichen Feueranzünden: „Gott entzünde in meinem Herzen eine Flamme der Liebe zu meinem Nächsten...“ Gewöhnlichste Tätigkeiten konnten so zu einer symbolischen Handlung werden und in ein Gebet münden.

Möglicherweise wirkt eine solche Sicht des Haushaltes auf uns befremdlich, scheint die Haushaltsarbeit doch oft trivial zu sein. Und ja: Routinearbeiten dürfen auch gewöhnlich sein. Aber sie können an Bedeutung gewinnen, auch wenn sie Routine bleiben, und zur bedeutsamen, absichtsvollen Routine werden.

Suchen Sie sich doch einmal eine ungeliebte und langweilige Haushaltstätigkeit aus (z.B. Müll leeren, Abwaschen, Staubsaugen, Rasenmähen, Autowaschen, Aufräumen, Sortieren, usw.). Jedes Mal, wenn Sie diese Tätigkeit in den nächsten Wochen tun, könnten Sie sich dabei innerlich Gott zuwenden und ihre Tätigkeit Gott weihen. Und vielleicht erlangt Ihre Haushaltsarbeit für Sie auch symbolische Bedeutung.

sgd


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