Rituale

Halten Sie Ihre Hände vors Gesicht

Halten Sie Ihre Hände vors Gesicht

Halten Sie Ihre Hände vors Gesicht und ziehen Sie sich so in die Einsamkeit vor Gott zurück. Verbergen Sie sich in Ihren Händen und erleben Sie Intimität im Gebet.

Halten Sie Ihre Hände vors Gesicht und ziehen Sie sich so in die Einsamkeit vor Gott zurück. Verbergen Sie sich in Ihren Händen und erleben Sie Intimität im Gebet.

Sich durch eine Geste zum Gebet zurückzuziehen, ist in vielen Religionen bekannt. Orthodoxe Juden z. B. legen beim Morgengebet einen Gebetsschal über Kopf und Schultern. U. a. schirmt sich mit ihm der Träger von seinem Umfeld ab, sein Sichtfeld und sein Sichtbarkeit werden eingeschränkt. Die weit ins Gesicht fallende Kapuze oder auch Kukulle, die manche Mönche beim Chorgebet überziehen, hat eine ganz ähnliche Funktion.

So finden sich in der Geschichte immer wieder Christen, die - in ähnlicher Weise verborgen - einen Moment der Einsamkeit suchen. Von Susannah Wesley beispielsweise, der Mutter des bekannten John Wesley und Mutter von weiteren 18 Kindern, erzählt man, sie habe am Küchentisch gelegentlich, dann wenn sie in dem betriebsamen Haushalt Zeit zum Innehalten brauchte, ihre lange Schürze über den Kopf geschlagen, um zu beten.

Mit der gleichen Absicht können Sie die alte Geste nachvollziehen und Ihre Hände mit ein wenig Abstand vor Ihr Gesicht halten. Jetzt beschränken Sie Ihre Blicke auf sich selbst und schützen sich vor den Blicken Anderer. Diese Gebärde sondert Sie von allem um Sie herum ab, verweist Sie auf sich selbst und richtet Sie auf Ihr Inneres. Nichts darf jetzt stören oder ablenken. Sie können nun allein sein vor Gott.

Verharren Sie einen Moment in dieser Haltung und spüren Sie die Wärme ihres Atems auf den Handflächen und die Kraft Ihrer Hände auf der Haut Ihres Gesichts. Legen Sie nach einer Weile Ihre Hände langsam und behutsam auf Ihr Gesicht. Wenn wir das Gesicht eines geliebten Menschen berühren, dann tun wir das gewöhnlich besonders zärtlich. Die Wahrnehmung der Wärme und Zärtlichkeit kann für Sie zu einem Ausdruck eines Geheimnisses werden – Gott sucht eine innige Beziehung mit Ihnen. Erleben Sie so Intimität im Gebet.

sgd


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Riskier was, Mensch - Sieben Wochen ohne Vorsicht

„Sieben Wochen ohne“ macht dieses Jahr Lust, die Zeit nach Aschermittwoch bewusst zu begehen und ein risikofreudiges Leben auszuprobieren, weniger um der eigenen Abenteuerlust, als um anderer Menschen willen.

Verzichten einmal anders. Dafür waren die „Sieben Wochen ohne“ Kalender schon immer gute Begleiter. Seit 1983 ist die Aktion der evangelische Versuch, der am 13. Februar beginnenden Fastenzeit etwas abzugewinnen. Und vielleicht ist sie ja sogar eine Inspiration zu einem ursprünglicheren Fasten, einem ganzheitlichen Loslassen und Neuausrichten, im Gegensatz zu spiritualisierten Diätbemühungen.

 
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