Rituale

Von dem Rhythmus von Saat und Ernte

erntereifes Weizenfeld (CC Lizenz)

Ein Weizenfeld wird reif zur Ernte. Oft bekommen wir nichts mehr von dem Rhythmus von Saat und Ernte mit. Dabei ist er ein Grund, dankbar zu werden.

Es ist Erntezeit. Auf den urbanen Balkonen reifen die Gurken an der Stadtluft heran oder die Tomaten in den Gärten. Auf dem Land ist das ferne Summen der Mähdrescher allgegenwärtig zu hören, wie aufgeregte Hummel fahren die Traktoren durch die Dörfer und über die Landstraßen. Auch wenn die wenigsten von uns von der Landwirtschaft leben - der Rhythmus von Saat und Ernte ist auch heute noch für uns wichtig.

Wer die Sonne scheinen und es regnen lässt

Ziemlich am Anfang der Bibel verspricht Gott dem Noah, dass weder die Saat noch die Ernte aufhören werden. Der Regenbogen soll das verdeutlichen - ein Zeichen von Gottes Güte. Er schenkt den Regen und lässt die Sonne scheinen. Natürlich trägt der Mensch an diesem Geschehen seinen Anteil, immerhin hat er ja den Auftrag die Erde zu bewahren und zu bebauen. 

Doch Paulus bringt es einmal so zum Ausdruck: „Es zählt nicht, wer pflanzt oder wer begießt; es kommt alles auf Gott an, der es wachsen lässt“ (1Korinther 3,7). Die Erntezeit ist deshalb ein Grund zum Danken. Pessach, Shawuot und Sukkot - die drei wichtigsten jüdischen Feste sind unter anderem Dankfeste, an den Erntezeiten ausgerichtet. 

Was polnische Pilze mit Dankbarkeit zu tun haben

Unsere Tomaten kommen aus Spanien, die Pilze aus Polen und der Salat aus Holland - das ganze Jahr über. Wir haben den Kontakt zu diesem Rhythmus von Saat und Ernte verloren. Dabei ist uns leider oft auch die Dankbarkeit abhanden gekommen - wir nehmen für selbstverständlich, was und wer uns ernährt.

Wenn wir heute unser Brot essen oder einen Wein genießen, können wir es uns vielleicht mit einem Psalm wieder in Erinnerung rufen: „ Alle blicken voll Hoffnung auf dich und jedem gibst du Nahrung zur rechten Zeit. Du öffnest deine wohltätige Hand, und alles, was lebt, wird satt“ (Psalm 145, 15-16).

Gleichzeitig wurden die Bauern in der Bibel angewiesen, das Feld nicht völlig abzuernten - die Reste waren für die Armen und Ausgegrenzten der Gesellschaft gedacht, sie sollten das Übriggebliebene zusammenlesen können. Das dankbare Empfangen in der Erntezeit ist für uns auch immer eine Möglichkeit zum Teilen.

sgd


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„Sieben Wochen ohne“ macht dieses Jahr Lust, die Zeit nach Aschermittwoch bewusst zu begehen und ein risikofreudiges Leben auszuprobieren, weniger um der eigenen Abenteuerlust, als um anderer Menschen willen.

Verzichten einmal anders. Dafür waren die „Sieben Wochen ohne“ Kalender schon immer gute Begleiter. Seit 1983 ist die Aktion der evangelische Versuch, der am 13. Februar beginnenden Fastenzeit etwas abzugewinnen. Und vielleicht ist sie ja sogar eine Inspiration zu einem ursprünglicheren Fasten, einem ganzheitlichen Loslassen und Neuausrichten, im Gegensatz zu spiritualisierten Diätbemühungen.

 
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