Rituale

Beschließen Sie Ihren Tag

Lernen Sie von der langen christlichen Tradition des Tagesabschlusses und achten auch Sie darauf, wie sie den Tag beschließen. Suchen Sie sich ein Ritual des Übergangs vom Tag zur Nacht. Halten Sie z. B. einen Moment Rückblick und fragen Sie sich: Was war hell an diesem Tag und was dunkel? Lassen Sie die schönen, wie auch die unfertigen und misslungenen Dinge los, empfangen Sie Vergebung und vertrauen Sie sich dem Schutz Gottes an.

Wenn der Tag vorüber ist, dann ist es menschlich, sich nach einem ruhigen Ort zu sehnen, an dem man den Tag überdenken und beenden kann. Dazu gehören auch die Spannungen und unvermeidlichen Widersprüche des Tages. So ein Tagesabschluss hat lange christliche Tradition, von der wir heute lernen können.

In den Klöstern z. B. wird am Übergang vom Tag zur Nacht die „Komplet“ gebetet. Komplet ist Latein und bedeutet Vollendung – Vollendung des Tages, aber auch Vollendung des Lebens. Denn die Mönche bitten etwa: „Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende gewähre uns Gott, der Allmächtige!“ Hier zeigt sich, so der Bendiktinermönch Steindl-Rast, die Verbindung von einem Tag und einem ganzem Menschenleben – so wie der Tag gelebt und beschlossen wird, findet auch das Leben sein Ende.

Das Ende des Tages nutzen seit Jahrhunderten Menschen zu einem kurzen Rückblick: Was ist mir heute gelungen? Wofür kann ich dankbar sein? Zum Beginn der Nacht stellen sie sich aber auch der eigenen Dunkelheit: Was ist schief gelaufen? Wo habe ich mich den Herausforderungen nicht gestellt? Bin ich Menschen „die Liebe schuldig blieben?“, wie es in einer evangelischen Bußliturgie heißt. Angesichts der Dunkelheit ist es gut, sich Gottes Vergebung und Schutz anvertrauen zu können. Psalm 91 spielt deshalb in der klösterlichen Tradition in der Komplet eine besondere Rolle, mit dem sich die Mönche der Geborgenheit und schützenden Liebe Gottes anbefehlen: „Meine Zuflucht und meine Burg! Mein Gott, dem ich vertraue.“

Die Nacht ist so nicht nur Bedrohung oder ungeliebte Unterbrechung des Aktiv-Seins, sondern Gnade, weil auch in ihr uns Gottes Schutz und Nähe nicht verlassen. Mit einem solchen Ritual schaffen die Mönche einen klaren und bewussten Übergang vom Tag zur Nacht und zum Schlaf.

Achten auch Sie darauf, wie sie den Tag beschließen. Suchen Sie sich ein Ritual des Übergangs vom Tag zur Nacht. Halten Sie z. B. einen Moment Rückblick und fragen Sie sich: Was war hell an diesem Tag und was dunkel? Lassen Sie die schönen, wie auch die unfertigen und misslungenen Dinge los, empfangen Sie Vergebung und vertrauen Sie sich dem Schutz Gottes an.

sgd


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Riskier was, Mensch - Sieben Wochen ohne Vorsicht

„Sieben Wochen ohne“ macht dieses Jahr Lust, die Zeit nach Aschermittwoch bewusst zu begehen und ein risikofreudiges Leben auszuprobieren, weniger um der eigenen Abenteuerlust, als um anderer Menschen willen.

Verzichten einmal anders. Dafür waren die „Sieben Wochen ohne“ Kalender schon immer gute Begleiter. Seit 1983 ist die Aktion der evangelische Versuch, der am 13. Februar beginnenden Fastenzeit etwas abzugewinnen. Und vielleicht ist sie ja sogar eine Inspiration zu einem ursprünglicheren Fasten, einem ganzheitlichen Loslassen und Neuausrichten, im Gegensatz zu spiritualisierten Diätbemühungen.

 
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