Vorbilder

Antonius der Große

Gemälde von Antonius auf dem Isenheimer Altar von Matthias Grünewald

Antonius lebte im 3. und 4. Jahrhundert in Ägypten. Er, der aus wohlhabendem Haus stammte und reichlich geerbt hatte, folgte dem Ruf des Evangeliums „verkaufe alles, was du hast, und gib’s den Armen“ (Markusevangelium 10,21) und „sorgt nicht für morgen“ (Matthäusevangelium 6,34). In der Folgezeit lebte Antonius in der Einsamkeit der Höhlen in der Nähe seines Heimatdorfes und besuchte erfahrenere Eremiten, um von ihrer Weisheit zu lernen.

Zu jener Zeit gab es, so berichtet sein Biograph Athanasius, noch kaum Klöster in Ägypten und die dortigen Einsiedler hatten noch keine Eremitensiedlungen gebildet. Als Antonius sich gerade eine solche Gemeinschaft wünschte, schlug ihm die Ablehnung anderer Einsiedler entgegen. Zu ungewöhnlich war diese Vorstellung noch. Deshalb zog sich Antonius in eine verlassenen Zitadelle zurück, um sich dem kontemplativen Gebet, dem Bibelstudium und der Handarbeit zu widmen. Nur wenige Zeit später begannen Menschen ihn aufzusuchen, um ihn um Rat oder Gebet zu bitten. Einige ließen sich sogar in seiner Nähe nieder und errichteten ihre eigenen Zellen, um dort in der Einsamkeit Gott zu suchen, aber auch um gemeinsam zu essen, Gäste willkommen zu heißen und um sich einander in ihrem Lebensstil zu ermutigen. So entstand schließlich eine kleine, Athanasius zufolge, eine der ersten Einsiedlergemeinschaften. Weil es hier für Antonius immer schwieriger wurde, Zeiten der Einsamkeit zu pflegen, zog er sich für seine letzten Lebenstage auf den Berg Kolzim zurück, wo er im Jahre 356 starb.

Antonius Leben in der Wüste war alles andere als ein ruhiges Dasein. Große Teile seiner Vita drehen sich darum, wie die Einsamkeit und Stille der Wüste durch Dämonen gestört wurde. Manchmal traten diese Dämonen offensiv und angsteinflößend auf. Meistens werden sie aber als subtil und psychologisch suggestiv agierende Kräfte beschrieben, die den Mönch an seiner schwächsten Stelle versuchten. Die Praxis der Selbstprüfung, das Erkennen der Leidenschaften und Gedanken, war in dieser Konfrontation für Antonius ein essentieller Teil seines Weges. Antonius ging also nicht in die Wüste, um der Welt zu entfliehen, sondern um sich von allen Ablenkungen abzuwenden und sich seiner Dämonen zu stellen.

Antonius erinnert uns daran, dass der entscheidende Weg oft ein innerer Weg ist. Er fordert uns heraus, uns unserem Inneren - unseren Leidenschaften, Motiven und Gedanken - zu stellen, statt uns diversen Ablenkungen hinzugeben. Eine Balance von Einsamkeit und unterstützender Gemeinschaft, wie sie Antonius lebte, ist dabei äußerst wichtig.

sgd


Rituale

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Hefeteig (CCR Chiot's Run)

Immer dieses lästige Warten! Da hat man Hunger und will sich nur schnell eine Pizza machen. Und dann dauert dieser Hefeteig immer so lange – er muss aufgehen, eine dreiviertel Stunde! Soll man ihn vielleicht in den Ofen stecken, fragt man sich, und so das ganze beschleunigen? Oder stattdessen sogar einen Fertigteig kaufen? Doch die Zeit während der Teig aufgeht, kann ich nutzen, um eine wichtige geistliche Disziplin einzuüben...
 
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Unterwegs zu den Quellen des Lebens Bereits vor drei Jahren sind wir auf die grüne Insel gereist, um dem Geheimnis der irischen Mönche auf die Spur zu kommen: Auf dem Hill of Slane bei Dublin beginnt unsere persönliche Reise zu den Ursprüngen des Christentums. 433 hat Patrick an dieser Stelle ein Osterfeuer entzündet und damit eine Bewegung ausgelöst, die im nördlichen Europa zu einem Durchbruch des christlichen Glaubens sorgte. (...)

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Riskier was, Mensch - Sieben Wochen ohne Vorsicht

„Sieben Wochen ohne“ macht dieses Jahr Lust, die Zeit nach Aschermittwoch bewusst zu begehen und ein risikofreudiges Leben auszuprobieren, weniger um der eigenen Abenteuerlust, als um anderer Menschen willen.

Verzichten einmal anders. Dafür waren die „Sieben Wochen ohne“ Kalender schon immer gute Begleiter. Seit 1983 ist die Aktion der evangelische Versuch, der am 13. Februar beginnenden Fastenzeit etwas abzugewinnen. Und vielleicht ist sie ja sogar eine Inspiration zu einem ursprünglicheren Fasten, einem ganzheitlichen Loslassen und Neuausrichten, im Gegensatz zu spiritualisierten Diätbemühungen.

 
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