Vorbilder

Birgitta von Schweden

Birgitta von Schweden, Hermann Rode (Wikicommons)

Birgitta, das mahnende Nordlicht, dargestellt auf einer Altartafel in Södermanland. Um ihre Stahlkraft zu entwickeln, musste sie einen weiten Weg gehen.

Birgitta von Schweden wird oft das „Nordlicht Gottes“ genannt. Doch wie wurde aus der Adelsfrau und Oberhofmeisterin eine unerschütterliche Mahnerin gegen Prunk, Ungerechtigkeit und Verantwortungslosigkeit?

Adelshaus und Königshof

Von Stockholm sind es noch 65 Kilometer Richtung Norden. Finsta liegt im der Provinz Uppland, dem Hochland von Schweden. Hier wird Birgitta 1303 geboren. Ihre Jugendjahre sollten wichtig sein für ihr späteres Leben. Sie wächst in einer hochadeligen Familie auf. Bildung spielt eine große Rolle und Religion.

Sie ist erst 14 Jahre alt als sie Ulf Gudmarsson heiraten muss. In den folgenden Jahren bringt sie acht Kinder zur Welt, kümmert sich um den Gutshof. Manchmal betet Birgitta ganze Nächte hindurch - Meditation und Askese sind ihr wichtig, sie will diszipliniert leben. Doch dann wird sie 1335 als Oberhofmeisterin an den Königshof berufen. Statt Ruhe und Einsamkeit muss sie sich dem Trubel am Hof aussetzen.

Birgitta wird zur Aussteigerin

Nach einer Pilgerreise nach Santiago de Compostela stürzt Birgitta in eine tiefe Krise: Ihr Mann Ulf wird krank und stirbt kurz darauf. Birgitta ist mittlerweile 42 Jahre alt und muss mit dem Leben als Witwe zurechtkommen.

Doch statt die gewöhnlichen Wege zu betreten, verabschiedet sich Birgitta von ihrem weltlichen Ansehen und Status. Sie legt ihre standesgemäße Kleidung und den Schmuck ab und entscheidet sich für ein raues Bussgewand. Birgitta wird zur Aussteigerin.

Fortan lebt sie im Gästehaus des Klosters Alvastra und wird zur unerbittlichen Kritikerin des schwedischen Königs Magnus. Sie prangert dessen Ungerechtigkeit und Luxusleben an und ermahnt „Der Reichtum ist eine Last, die Ehre der Welt wie Luft und die Fleischeslust wie ein Traum…“

Verspottet und bedroht

Doch der König schlägt die Ratschläge in den Wind und umgibt sich lieber mit jungen Schmeichlern. Birgitta wird verspottet, auch am Hof ausgelacht. Man beschimpft sie als Närrin, verleumdet sie als Hexe und überschüttet sie mit einem Kübel Dreckwasser. 

Um die leeren Kassen zu füllen, erhöht der König stattdessen die Steuern und führt mit Russland einen Krieg. Doch sein Plan scheitert kläglich: die schwedischen Truppen werden vernichtend geschlagen. Einige Jahre später ertrinkt Magnus bei einem Schiffsunglück.

Birgitta dagegen schafft es bis nach Rom. Doch sie findet eine gar nicht so heilige Stadt vor - zerstört und mit einer stark gesunkenen Moral. Birgitta kümmert sich um Prostituierte und die vielen Armen und Kranken. Rom erscheint ihr wie ein "Räubernest", auch die Herrscher agieren korrupt. 

Und vor allem: Die Päpste haben sich von Rom ins feine Avignon zurückgezogen. Birgitta fordert sie auf, zurückzukehren und Verantwortung zu übernehmen. Fast 20 Jahre prangert sie die Verkommenheit in Rom an und erntet auch hier Verspottung und Hohn. Erst 1367 verlässt Papst Urban V endlich das Exil in Avignon. Birgitta kann weiterziehen.

In Jerusalem angekommen

Denn Rom ist nicht das eigentliche Ziel ihrer Lebensreise. Wenngleich sie eine weitere Reise nicht im Sinn hat - sie ist mittlerweile 69 Jahre alt und gebrechlich. Doch sie vernimmt die Stimme Jesu: „Macht euch bereit, nach Jerusalem zu pilgern.“

1372 steht Birgitta schließlich vor den Toren Jerusalems. In der Grabeskirche hat sie das Gefühl ihrem Herrn besonders nah zu sein, hier spürt sie seine Liebe als Erlöser besonders intensiv. Beschenkt mit den größten Offenbarungen ihres Lebens kehrt sie zurück nach Rom und stirbt dort am 23. Juli 1373. Ihre Gebeine werden nach Schweden überführt.

sgd


Trailer von Dokumentation über Birgitta von Schweden ansehen:


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