Vorbilder

Brendan der Reisende

Brendan der Reisende

Brendan und seine Gefährten segeln ins Unbekannte - und erleben manche Überraschung. Dabei war ihre Reise selbst schon das Ziel.

Wind kommt auf, das Segel strafft sich. Endlich. Erleichtert atmen die Männer auf. Schon den zehnten Monat sind sie auf See. Unterwegs in einem Curragh-Boot, hat jeder nur wenige Zentimeter Platz. Es riecht nach nassem Holz und Leder - das Boot haben sie in traditioneller Bauweise ihrer irischen Heimat hergestellt. Die Männer folgen einer Vision, einem göttlichen Auftrag. Sie suchen nach einer Insel, ihrem verheißenen Land. Doch da wo sie jetzt unterwegs sind, gibt es keine Karten mehr. Orientierung gibt ihnen allein ihre Eingebung und ein wenig Seemannsgarn.

Segeln ins Unbekannte

Brendan ist einer dieser Männer. Er wurde 484 im Fenit Tralee im äußersten Südwesten Irlands geboren. Mönch und Priester war er geworden, unterrichtet von großen Männern wie Ita oder Erc. Die meiste Zeit seines Lebens war Brendan in seiner Heimatregion geblieben - in Ardfert gründete er eine Einsiedlergemeinschaft und er lebte am Fuß des Mount Brendon. Doch dann kam dieser Auftrag, sogar ein Engel soll ihm erschienen sein. Für Brendan stand jedenfalls plötzlich fest: er solle seine Heimat verlassen und ins Unbekannte segeln. Das erforderte nicht nur Mut, sondern auch eine gehörige Portion Gottvertrauen. Gemeinsam mit seinen Gefährten hatte er sich auf den Weg gemacht.

Ziel ist die Reise selbst

Es ist eine gefährliche Reise. Einmal, so die Legende, landen sie auf einer kleinen Insel. Als sie darauf Feuer zu machen beginnen, bewegt sich Insel - jetzt bemerken sie, dass sie auf dem Rücken eines riesigen Fisches sind. Die Reise ist lang und zermürbend - Stürme setzen ihnen genauso zu, wie Flauten. Irgendwann, Monate später kommen sie an, sie finden ihre „Insel der Glückseligen“. Heute meinen manche Forscher, Brendan sei in Island oder Neufundland gewesen, andere denken sogar an Amerika. Kaum jedoch haben die Männer ihr Boot an den Strand gezogen, erhalten sie wieder einen Auftrag: Sie sollen umkehren, zurück nach Irland und sollen ihre Geschichte erzählen. Nicht die Insel war das Ziel, es war die Reise selbst. Sie lehrte Brendan alles, was er für die folgenden Jahre brauchte.

Ergraut und weise zurück

Mit ergrauten Haaren kommt er zuhause an. Er gründet die Klöster Annaghdown und später weiter im Inland das Kloster Clonfert - beide sollten zu äußerst bedeutenden Klöstern in Irland werden. Brendan reist sogar nach Wales und Schottland. Was er jetzt tut, scheint nach der Reise viel wirksamer zu sein. Im Jahr 477 stirbt Brendan und wird in Clonfert begraben.

Brendan und unsere Lebensreise

Einige Jahrhunderte später, genauer im 9. Jahrhundert, entsteht der bekannte Text Navigatio Sancti Brendani. Er ist nicht nur ein Reisebericht, sondern auch eine Allegorie - der Schreiber zieht eine Parallele zu unserer Lebensreise. Brendans Geschichte fragt uns so: Schlummert in mir ein Traum oder weiß ich, dass ich einen speziellen Auftrag habe? Was muss ich hinter mir lassen, und bin ich bereit ein risikoreiches Leben zu führen? Lasse ich mich auf das Unbekannte ein, und habe ich das nötige Gottvertrauen?

sgd


Rituale

Teig rühren und Gelassenheit wagen

Hefeteig (CCR Chiot's Run)

Immer dieses lästige Warten! Da hat man Hunger und will sich nur schnell eine Pizza machen. Und dann dauert dieser Hefeteig immer so lange – er muss aufgehen, eine dreiviertel Stunde! Soll man ihn vielleicht in den Ofen stecken, fragt man sich, und so das ganze beschleunigen? Oder stattdessen sogar einen Fertigteig kaufen? Doch die Zeit während der Teig aufgeht, kann ich nutzen, um eine wichtige geistliche Disziplin einzuüben...
 
mehr

Angebote

20.10.2013 - 25.10.2013
Exerzitien - Eine Woche schweigen Exerzitien – eine Möglichkeit, die eigene Lebensrichtung zu ändern. Eine Woche Stille – um auf eine andere Stimme zu hören. Zeit und Stille – in einer Schweigewoche schenken Sie sich die zwei wichtigsten Schätze unseres Lebens. (...)

23.11.2013 - 23.11.2013
Workshop Lebensreise Das Leben ist wie eine Landkarte: Wo kommen wir her? Wo stehen wir jetzt? Wie wurden wir zu dem, was wir sind? Was hält uns? Wie geht es weiter? Ilona und Rainer Wälde zeigen Ihnen, wie Sie die Landkarte Ihres Lebens auswerten und den roten Faden erkennen.
(...)

18.08.2013 - 24.08.2013
Unterwegs zu den Quellen des Lebens Bereits vor drei Jahren sind wir auf die grüne Insel gereist, um dem Geheimnis der irischen Mönche auf die Spur zu kommen: Auf dem Hill of Slane bei Dublin beginnt unsere persönliche Reise zu den Ursprüngen des Christentums. 433 hat Patrick an dieser Stelle ein Osterfeuer entzündet und damit eine Bewegung ausgelöst, die im nördlichen Europa zu einem Durchbruch des christlichen Glaubens sorgte. (...)

mehr

Media

Riskier was, Mensch!

Riskier was, Mensch - Sieben Wochen ohne Vorsicht

„Sieben Wochen ohne“ macht dieses Jahr Lust, die Zeit nach Aschermittwoch bewusst zu begehen und ein risikofreudiges Leben auszuprobieren, weniger um der eigenen Abenteuerlust, als um anderer Menschen willen.

Verzichten einmal anders. Dafür waren die „Sieben Wochen ohne“ Kalender schon immer gute Begleiter. Seit 1983 ist die Aktion der evangelische Versuch, der am 13. Februar beginnenden Fastenzeit etwas abzugewinnen. Und vielleicht ist sie ja sogar eine Inspiration zu einem ursprünglicheren Fasten, einem ganzheitlichen Loslassen und Neuausrichten, im Gegensatz zu spiritualisierten Diätbemühungen.

 
mehr


Senden Sie eine E-Card an Freunde

StartHeilige OrteVorbilderRitualeAngeboteMediaNewsletter
FacebookTwitter
Newsletter
Kostenlose und wertvolle Impulse für Ihre persönliche Lebensreise.
 
Unser Newsletter informiert Sie in regelmäßigen Abständen über aktuelle Themen.
 
Newsletter abonnieren