Vorbilder

Bruno von Köln

Bruno von Köln (Wikicommons, Joanbanjo)

Ein Mann, der neue Wege geht. Wege in die Einsamkeit mit Gott. Einer, der es versteht, Alleinsein und Gemeinschaft zu verbinden. Der dabei an seinem Traum nicht fester hält als an seinem Gott. Bruno, der Gründer des Kartäuserordens, kann uns zum Vorbild werden.

Ein Mann, der neue Wege geht. Wege in die Einsamkeit mit Gott. Einer, der es versteht, Alleinsein und Gemeinschaft zu verbinden. Der dabei an seinem Traum nicht fester hält als an seinem Gott. Bruno, der Gründer des Kartäuserordens, kann uns zum Vorbild werden.

Bruno wird um 1027 n. Chr. in einer stadtbekannten Kölner Familie geboren. Zur Ausbildung schickt man ihn ins französische Reims an die dortige Kathedralenschule, einem Vorläufer der modernen Universitäten. Noch in jungem Alter wird Bruno zum Magister bzw. Meister ernannt und beginnt 1056 - gerade einmal Ende zwanzig - seine Lehrtätigkeit als Leiter der Kathedralenschule. Als Teil der sog. Kanoniker, also des Kathedralenklerus, erlebt er wie Studium und Spiritualität in täglicher Gemeinschaft gelebt werden kann. Zudem kommt er zu ansehnlichem Reichtum, denn die Reimser Kanoniker werden mit großzügigen Schenkungen bedacht. Doch als der Simonie- und Investiturstreit aufkocht, muss Bruno 1081 vor dem örtlichen Erzbischof Manasse fliehen.

In dieser verkappten Situation erhält Bruno eine Berufung zum mönchischen Leben. Wie genau es dazu kommt, ist für uns nicht mehr völlig nachzuvollziehen. Doch gemeinsam mit zwei Freunden gelobt er, sich als Einsiedler Gott ganz hinzugeben. Ein Schritt, der für Aufsehen sorgt, hat Bruno an Status und Besitz doch schon so viel erreicht. Allerdings entschließen die Gefährten sich, nicht die damals gängigen Wege zum Mönchtum einzuschlagen. Sie werden gerade nicht Benediktiner oder Augustiner-Chorherren - den Freunden scheint es nicht hauptsächlich um die klösterliche Gemeinschaft zu gehen. Sie werden aber auch nicht radikale Einsiedler, wie die Reklusen, die sich einmauern ließen, um für Gott einsam zu sein. Bruno und seine Gefährten wollen die Einsamkeit gemeinsam leben. Sie gehen einen dritten, einen bisher wenig bekannten Weg.

Mit Unterstützung des Bischofs Hugo von Grenoble erhalten Bruno und eine Handvoll Männer im Jahr 1084 ein Gebiet in den Bergen von Chartreuse. Dort bauen sie kleine karge Einsiedlerhütten, die durch einen Gang miteinander und mit der Kirche verbunden sind. Dreimal am Tag treffen sich die Mönche dort zum Gebet, ansonsten gehen sie in der Einsamkeit und Stille ihrer Zellen dem Studium, dem Kochen, dem Holzspalten und ihrer Kontemplation nach. Es ist ein äußerst hartes Leben in dieser kargen Landschaft mit ihren kalten und schneereichen Wintern. Eine solche Verbindung von Gemeinschaft und Einsamkeit kannte man bis dahin so noch nicht. Außerdem folgen die Mönche keiner Mönchsregel, wie sonst üblich. Bruno scheint der Ansicht zu sein, dass die gemeinsame Erfahrung und sein eigenes Vorbild ausreichen.

Im Jahr 1090 kommt plötzlich der Befehl aus Rom - Papst Urban II. ruft Bruno in seine Kurie. Er hat zwar triftige Gründe, doch stürzt er die Gemeinschaft von Chartreuse in eine tiefe Krise. Noch bevor Bruno abreisen kann, ist die Einsiedelei in Auflösung begriffen. Auch wenn es ihn schmerzt, ist Bruno bereit, seinen Lebenstraum loszulassen und Gott zurückzugeben. Als Bruno sich umgehend in Rom einfindet, hat er größte Mühe sich in das unstete und unruhige Leben der Kurie einzufinden. Noch im selben Jahr bittet er den Papst deshalb, sich wieder in die Einsamkeit zurückziehen zu dürfen. Der Papst, der die Berufung Brunos kennt, gestattet ihm im südlichsten Italien in La Torre wieder eine Einsiedelei zu gründen. Mit seinen Briefen stärkt er die Brüder in Chartreuse, die sich mittlerweile wieder in der Einsiedelei eingerichtet haben. Bruno stirbt in La Torre im Jahre 1101.

sgd

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