Vorbilder

Columban der Jüngere

Columban d. J. Statue in Bregenz Foto: Carsten Kusche

Columban kann uns ein Vorbild für vertiefte Spiritualität sein. Er lädt uns ein, er ruft uns, nicht bloß bei einem theoretischen Bekenntnis zum christlichen Glauben stehen zu bleiben, sondern dem Glauben konkreten Ausdruck zu geben durch Gebet, Fasten und verändertes zwischenmenschliches Verhalten.

Columban, Mitte des 6. Jahrhunderts im Südosten Irlands geboren und aufgewachsen, machte sich etwa 591 n. Chr. von seinem Kloster Bangor auf, um als „Wanderer um Christi willen“ unterwegs zu sein – sein Ziel: der Kontinent. Die Vogesen. Dort wollte er ein Kloster gründen.
 
Columban betrat also fränkischen Boden. Der damaligen Gesellschaft, beherrscht vom merowingischen Königsgeschlecht, fehlte jedes Maß und jede Moral. So pflegten verheiratete Männer vielfältige  Nebenverhältnisse zu Konkubinen oder zu ihren Sklavinnen und Kriegsgefangenen. Diese sexuelle Ausbeutung schien sich so großer Verbreitung und Etablierung zu erfreuen, dass man ihr, zugunsten der Männer, einen eigenen Rechtstatus zuwies – Kebsverhältnis (Kebse – Beischläferin) nannte man dies. Nun war das Merowingerreich offiziell durch seinen König Chlodwig I. bereits hundert Jahre zuvor politisch christlich geworden – und doch: es blieb bei Massentaufen, der christliche Glaube erlahmte an der Oberfläche, darunter lebten heidnische Kulte weiter und an sozialen Missständen änderte sich nichts.

Columban geißelte diese Form der Religiosität als „bloßen Glauben“ und setzte dem ein ausführliches Gebetsleben und eine strenge Askese entgegen. Im Vogesenkloster Columbans betete man alle drei Stunden, bei Tag und bei Nacht, 83 Psalmen am Tag.  Gefastet wurde täglich. Wenn man überhaupt aß, dann gab es nur eine Mahlzeit: kein Fleisch, allerhöchstens Fisch. Den Bußübungen wurde zwar wiedergutmachender Charakter, aber auch bessernde und heilende Wirkung zugeschrieben. Was uns heute befremdet oder unmenschlich erscheint, empfanden Columbans Zeitgenossen als attraktiv gelebten Glauben und als eine Alternative zur verrohten Gesellschaft. Hunderte, vor allem junge, Menschen kamen zu ihm und wollten in sein Kloster eintreten. Eine Vertiefung der Spiritualität im Frankenreich war die Folge.

Columban lebte zwar zurückgezogen in seinem „locus deserti“ in den undurchdringlichen Vogesenwäldern und doch scheute er die Konfrontation nicht: Im burgundischen Königshaus, zu dem er gute Beziehungen unterhielt, verurteilte er die Affären des Herrschers Theuderich II. – eine Sache, die sich die Kirche in der ganzen Merowingerzeit nicht traute. Das führte ihn unfreiwillig wieder auf die Reise: Er musste fliehen und kam bis an den Bodensee und sogar nach Norditalien. Aber das ist eine andere Geschichte ...

Nicht nur in dieser Fastenzeit kann uns Columban ein Vorbild für vertiefte Spiritualität sein. Er lädt uns ein, er ruft uns, nicht bloß bei einem theoretischen Bekenntnis zum christlichen Glauben stehen zu bleiben, sondern dem Glauben konkreten Ausdruck durch Gebet, Fasten und verändertes zwischenmenschliches Verhalten zu geben.


Rituale

Teig rühren und Gelassenheit wagen

Hefeteig (CCR Chiot's Run)

Immer dieses lästige Warten! Da hat man Hunger und will sich nur schnell eine Pizza machen. Und dann dauert dieser Hefeteig immer so lange – er muss aufgehen, eine dreiviertel Stunde! Soll man ihn vielleicht in den Ofen stecken, fragt man sich, und so das ganze beschleunigen? Oder stattdessen sogar einen Fertigteig kaufen? Doch die Zeit während der Teig aufgeht, kann ich nutzen, um eine wichtige geistliche Disziplin einzuüben...
 
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Exerzitien - Eine Woche schweigen Exerzitien – eine Möglichkeit, die eigene Lebensrichtung zu ändern. Eine Woche Stille – um auf eine andere Stimme zu hören. Zeit und Stille – in einer Schweigewoche schenken Sie sich die zwei wichtigsten Schätze unseres Lebens. (...)

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Workshop Lebensreise Das Leben ist wie eine Landkarte: Wo kommen wir her? Wo stehen wir jetzt? Wie wurden wir zu dem, was wir sind? Was hält uns? Wie geht es weiter? Ilona und Rainer Wälde zeigen Ihnen, wie Sie die Landkarte Ihres Lebens auswerten und den roten Faden erkennen.
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Unterwegs zu den Quellen des Lebens Bereits vor drei Jahren sind wir auf die grüne Insel gereist, um dem Geheimnis der irischen Mönche auf die Spur zu kommen: Auf dem Hill of Slane bei Dublin beginnt unsere persönliche Reise zu den Ursprüngen des Christentums. 433 hat Patrick an dieser Stelle ein Osterfeuer entzündet und damit eine Bewegung ausgelöst, die im nördlichen Europa zu einem Durchbruch des christlichen Glaubens sorgte. (...)

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Media

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Riskier was, Mensch - Sieben Wochen ohne Vorsicht

„Sieben Wochen ohne“ macht dieses Jahr Lust, die Zeit nach Aschermittwoch bewusst zu begehen und ein risikofreudiges Leben auszuprobieren, weniger um der eigenen Abenteuerlust, als um anderer Menschen willen.

Verzichten einmal anders. Dafür waren die „Sieben Wochen ohne“ Kalender schon immer gute Begleiter. Seit 1983 ist die Aktion der evangelische Versuch, der am 13. Februar beginnenden Fastenzeit etwas abzugewinnen. Und vielleicht ist sie ja sogar eine Inspiration zu einem ursprünglicheren Fasten, einem ganzheitlichen Loslassen und Neuausrichten, im Gegensatz zu spiritualisierten Diätbemühungen.

 
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