Vorbilder

Gregor Palamas

Fresko Gregor Palamas (Wikicommons)

Gregor Palamas weist uns darauf hin, dass Gott sich offenbart und uns auch heute noch begegnen will - auch auf einer ganz körperlichen Ebene.

Für einige ist er ein Extremist, ein Feind der Gelehrsamkeit, der die Theologie und die Philosophie harsch kritisierte. Für andere ist er gleichzeitig ein hochkomplizierter Theologe und Schriftsteller. Gregor Palamas polarisierte. Zu Lebzeiten wurde er unterstützt und geschützt, dann inhaftiert und exkommuniziert und schließlich doch wieder zum Bischof eingesetzt.

Gregor wurde 1296 als Sohn einer wohlhabenden Familie in Konstantinopel geboren und erhielt eine Ausbildung in der antiken Philosophie des Aristoteles. Mit 20 Jahren verließ er sein vornehmes Elternhaus und wurde Mönch auf dem Berg Athos im heutigen Ostgriechenland.

Dort kam er in Kontakt mit der erfahrungsorientierten Spiritualität der Athosmönche. In Gregor wuchs die Sehnsucht, Gott „von Angesicht zu Angesicht“, direkt und unmittelbar zu begegnen. Er schreibt: „Magst du tausendmal über die göttlichen Schätze nachdenken - wenn du das Göttliche nicht erlebst, nicht mit geistigen, den Verstand übersteigenden Augen schaust, so siehst du weder noch besitzt du etwas Göttliches in Wahrheit.“ Diese Gottesbegegnung erwartete er auf ganz körperlicher Ebene: In dem, im Atemrhythmus gesprochenen Jesusgebet, in der Meditationshaltung des Sitzens und schließlich im physischen Schauen des göttlichen Lichtes.

Die Behauptung, man könne Gott leiblich begegnen, betrachteten Gregors Gegner schon damals als äußerst skandalös. Im Gegensatz zur weit verbreiteten theologischen Meinung, über Gott könne man eigentlich nichts sagen, behauptete Gregor, Gott habe sich bereits offenbart und tue es auch heute noch. Ab 1338 begann darüber ein jahrelanger Streit. Gregor verteidigte die Spiritualität der Athosmönche z.B. gegenüber Barlaam von Kalabrien, einem Vertreter der neuplatonischen Theologie, die mit der griechischen Philosophie liebäugelte. Leidenschaftlich vertrat Gregor die körperlich orientierte Übung des Jesusgebets, die Meditationspraxis der Athosmönche. Gregor suchte „Unkörperliches im Körperlichen zu fassen“ und verweigerte sich gegenüber der philosophisch bedingten Leibfeindlichkeit. Den menschlichen Körper in der Spiritualität auszuklammern, sei - so Gregor - „der Gipfel des griechischen Irrtums“.

1343 wurde Gregor verhaftet - offiziell aus politischen Gründen. Doch schließlich schloss man ihn 1344 auch noch aus der Kirche aus. Als dann aber 1347 die regierende Kaiserin Anna in die Wirren der Ränkespiele eingriff, kam Gregor frei und wurde - nur wenige Monate später - sogar zum Bischof eingesetzt. Seine letzten Lebenstage verbrachte Gregor weitgehend in seiner Bischofsstadt Thessalonike und erlag am 14. November 1359 einer langjährigen Krankheit.

Gregor Palamas weist uns darauf hin, dass Gott sich offenbart und uns auch heute noch begegnen will - auch auf einer ganz körperlichen Ebene.

sgd


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