Vorbilder

Herbert von Derwentwater

Derwent Water

Herbert erinnert uns im 21. Jahrhundert an die Bedeutung von Stille und Einsamkeit. Gleichzeitig weist uns Herbert darauf hin, dass wir dazu Freunde brauchen, die uns in unserer Gottessuche ermutigen und weiterhelfen können. Um die Stille zu pflegen, brauchen wir ein gewisses Maß an Einsamkeit, genauso aber auch andere Menschen.

Herbert war ein Einsiedler im 7. Jahrhundert. Er lebte am Derwentwater See im nordenglischen Lake District. In einer atemberaubenden Szenerie, von dicht bewaldeten Hügeln umgeben, hatte er sich auf einer der Inseln des Sees eine kleine steinerne Hütte gebaut, um sich der Stille und dem Gebet zu widmen.

Sehr viel mehr wissen wir von Herbert eigentlich nicht. Und doch erfahren wir vom angelsächsischen Geschichtsschreiber und Zeitgenossen Beda, dass ihn eine innige Freundschaft mit dem sehr viel bekannteren Cuthbert verband. Einmal im Jahr reiste Herbert die rund 160 Kilometer, um Cuthbert in seiner Einsiedelei auf den Farne-Inseln aufzusuchen. Dann ermutigten sie einander in ihrer Gottessuche und gaben sich geistliche Ratschläge. Eines Tages erfuhr Herbert in Derwentwater davon, dass Cuthbert ins nur 30 Kilometer entfernte Carlile komme. Diese Gelegenheit wollte Herbert natürlich nutzen, um seinen Freund wiederzusehen. Dort angekommen, musste Cuthbert ihm aber verkünden, sie würden sich nicht mehr wieder sehen, da er um sein Lebensende wisse. Herbert fiel auf seine Knie, auf seinen Lippen eine unglaubliche Bitte: Er bat Cuthbert, er möge Gott bitten, dass sie gemeinsam sterben dürften, wie sie auch gemeinsam gelebt hatten. Ihre Verbundenheit sollte sogar im Tod bestehen.

Was Herbert ursprünglich auf seine Insel getrieben hatte und wie er dort lebte, ist uns nicht überliefert. Weil Herbert aber „immer versuchte, so zu leben, wie Cuthbert ihn geleitet hatte“ (Beda) ist es wahrscheinlich, dass die beiden Einsiedler einen ähnlichen Glaubens- und Lebensstil pflegten. Wie für Cuthbert wird das Leben in Einsamkeit für Herbert keine Flucht vor dem oft schwierigen Zusammenleben mit anderen Menschen gewesen sein. Im Gegenteil - wahrscheinlich kamen viele Besucher und Ratsuchende auf seine Insel. Indem Herbert, die Einsamkeit und Stille suchte, wollte er sich vielmehr Gott hinhalten. In einer Umgebung, die kaum Schutz bot, nur umgeben von Wellen und Wind und den Vögeln, wollten die Einsiedler ihre Schutzmauern Gott gegenüber abbauen. In dieser Schutzlosigkeit wurden sie mit sich selbst und nicht selten mit dem Bösen konfrontiert, sie begegneten aber auch Gott von Angesicht zu Angesicht.

Die genauen Umstände sind ungeklärt, doch am 20. März 687 starben beide - Herbert und Cuthbert - gemeinsam, jeder in seiner Einsiedelei. Herbert erinnert uns im 21. Jahrhundert an die Bedeutung von Stille und Einsamkeit. Wenn wir uns zurückziehen und still werden, wird uns das zwar wahrscheinlich mit unseren falschen Gedanken und bösen Absichten konfrontieren, doch so können wir uns Gott neu hinhalten und uns vertrauensvoll fallen lassen. Gleichzeitig weist uns Herbert darauf hin, dass wir dazu Freunde brauchen, die uns in unserer Gottessuche ermutigen und weiterhelfen können. Um die Stille zu pflegen, brauchen wir ein gewisses Maß an Einsamkeit, genauso aber auch andere Menschen.

sgd

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