Vorbilder

Maria von Nazareth

Maria, Jungfrau der Verkündigung, Freskenzyklus von San Marco in Florenz (Wikicommons)

Maria von Nazareth, eine junge Frau, die uns darauf hinweist, wie Spirituelles in unser Leben kommt – es kann nur empfangen, als Gabe bereitwillig aufgenommen, aber nicht herangezogen oder herbeigeleistet werden. Ihre bereitwillige Hingabe an Gott, ihre Offenheit für seine Wege, ermutigen uns, uns selbst zu öffnen und Raum zu schaffen für das, was Gott Neues schenken will. Aber Maria verbindet auch das Kontemplative und das Kämpferische.

„Muttergottes“, „hochverehrte Heilige“, „Personifizierung der Weisheit“ oder gar „Königin des Himmels“ – Maria brachte die Dogmatiker schon immer auf Hochtouren. Doch Maria war zunächst einmal ganz Mensch. Eigentlich hieß sie ja Mariam, ein aramäischer und provinziell anmutender Name, der später jedoch ins schickere Griechisch übertragen wurde. Maria war jung, vielleicht noch ein Teenager, und unverheiratet, sie kam vom Land, aus dem „Kaff“ Nazareth und war wahrscheinlich ungebildet. Und dennoch oder gerade deshalb kann sie uns zu einem Vorbild des Glaubens werden.

Nach dem Lukasevangelium kündigt ein Engel Maria die Schwangerschaft an. Das Kind sei durch „die Kraft des Höchsten“ gezeugt. Gesellschaftlich gesehen, die Katastrophe schlechthin – sie wird schwanger, noch vor ihrer Hochzeit und noch nicht einmal von ihrem Verlobten. Doch Maria reagiert in einer wunderbaren Haltung: „Ich bin des Herrn Magd, mir geschehe, wie du gesagt hast.“ (Lk 1,38) Nicht Marias moralische Würdigkeit oder ihre Leistungen sind ausschlaggebend, sondern ihr Vertrauen und ihre Hingabe machen es möglich, dass sie Gottes Gabe empfängt. Sie sagt ein schlichtes „Ja“. Ja zum Leben, das Gott in sie legen will. Ja zu einem seltsamen Plan Gottes, den so wahrscheinlich kein Priester, kein Schriftgelehrter, keiner der religiösen Autoritäten, abgesegnet hätte. Breitwillig aber vertraut Maria auf die Führung des göttlichen Boten und öffnet sich.

Dabei hat Maria auch kämpferische Seiten. Sie selbst, eine Unbedeutende im religiösen Betrieb Israels, in ihrem kleinen Heimatdorf nun eine persona non grata, später ein Flüchtling und eine Asylsuchende, erkennt die politische Dimension des Gotteshandelns an ihr. Ein König wird ihr Kind sein, so hat der Engel gesagt. Sein Reich wird ein ewiges Friedensreich sein. Und das geschieht gerade ihr, Maria, die ihren Stand und ihre Lebenssituation mit dem Wort „Niedrigkeit“ (Lk 1,48) umschreiben muss. Jetzt aber singt sie ein Lied. Darin sagt sie den Mächtigen und Reichen den Sturz an und den Niedrigen und Armen die Erhebung. Hört man da nicht ein wenig Rebellion heraus?

Maria von Nazareth, eine junge Frau, die uns darauf hinweist, wie Spirituelles in unser Leben kommt – es kann nur empfangen, als Gabe bereitwillig aufgenommen, aber nicht herangezogen oder herbeigeleistet werden. Ihre bereitwillige Hingabe an Gott, ihre Offenheit für seine Wege, ermutigen uns, uns selbst zu öffnen und Raum zu schaffen für das, was Gott Neues schenken will. Aber Maria verbindet auch das Kontemplative und das Kämpferische. Sie erinnert uns daran, dass das kommende Neue die Verhältnisse umwälzen kann und Gott die Dinge wieder zu-Recht-bringen und heilen wird. Maria wird so zum Vorbild aller, die auf die kommende Ankunft Jesu hoffen und im Licht ihrer leben.

sgd


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