Vorbilder

Ninian

Ninian Glasfenster in Whithorn Priory

Ninian wird als Vater der keltischen Kirche betrachtet. Das Erbe, das Ninian hinterließ, erinnert uns daran, dass ein vorbildhaftes Leben vielleicht langsamere, aber bleibende Veränderung bringt.

Ninian wurde vermutlich um 360 n. Chr. südöstlich des Hadrianwalls, im heutigen Nordosten Englands, dem Distrikt Cumbria geboren. Als Sohn eines Fürsten wuchs Ninian außerordentlich privilegiert auf, verzichtete aber auf seine Rechte, weil er sein Leben ganz Gott widmen wollte. „Ich habe gelernt, dass jene, die den Königshof verschmähen, das himmlische Königreich erlangen,“ soll er gesagt haben.

Wahrscheinlich noch im jungen Erwachsenenalter machte er sich auf eine Pilgerreise. Sein Ziel war Rom. Zu jener Zeit lebten und wirkten geistige Größen wie Hieronymus oder Ambrosius in der Stadt. Hier erhielt Ninian in den nächsten Jahren eine profunde klassische Ausbildung, wurde zum Bischof geweiht und zur Mission unter den in Schottland lebenden Pikten entsandt. Der Rückweg führte Ninian durch Gallien, nach Tour und zum Heiligen Martin, von dem er lernte und mit dem er gemeinsam wirkte.

Etwa um 392 kam Ninian schließlich wieder in Cumbria an. Um seinen Auftrag zu erfüllen, zog er aber bald weiter, ließ den schützenden Hadrianswall hinter sich, immer weiter Richtung Nordwesten ins Piktland. Für die Römer waren die Pikten schlicht Wilde, da sie sich für den Kampf entkleideten. Was römischen Augen vorenthalten war - in friedlichen Zeiten waren die Pikten gesellige Menschen, die ihre Weiden, Herden und Hunde liebten.

Im heutigen Galloway, ließ Ninian sich auf einer kleinen Halbinsel nieder, nach drei Seiten umgeben von Wasser, hinter sich die Berge. Hier baute er eine kleine Kirche, die erste Steinkirche in Schottland, und widmete sie Martin von Tour. Eine kleine Klostersiedlung entstand darum herum. Und nachdem die Mönche bei den einheimischen Nachbarn durch ihr handwerkliches Können Respekt und durch ihre Taten der Barmherzigkeit Vertrauen erworben hatten, begann Ninian zu erklären, warum sie gekommen waren und ihnen von der christlichen Botschaft zu erzählen. Es dauerte nicht lange, bis die Pikten ihre Söhne und Töchter zu Ninian schickten, damit sie mitleben und lernen konnten. Bald war der Ort als Candida Casa, heute Whithorn, und der Name Ninians in aller Munde.

Sobald Candida Casa ohne Ninian auskommen konnte, verließ Ninian mit einer Gruppe von Gefährten die Halbinsel und reiste weiter nordostwärts nach Piktland hinein. Sie kamen bis ins etwa 480 Kilometer entfernt gelegene Aberdeenshire und sogar bis in die Gegend um Loch Ness. Wo auch immer sie hinkamen, gründeten sie Siedlungen der Art Candida Casas. So prägten sie mit der Macht des Vorbildes nach und nach große Teile Schottlands, kulturell, aber auch spirituell. Ihre Mission strahlte aus, sogar bis nach Irland, wo bis dahin das Christentum noch unbekannt war. Ob es letztlich die Germanen-Überfälle und die geschwächte Schutzmacht der Römer waren, die Ninian zum Umkehren zwang, wissen wir nicht.

Seine letzten Lebenstage verbrachte Ninian jedenfalls in Whithorn, wo er im Jahr 431 starb und in seiner Klosterkirche begraben wurde. Das Erbe, das Ninian hinterließ, erinnert uns daran, dass ein vorbildhaftes Leben vielleicht langsamere, aber bleibende Veränderung bringt. Ninian wird als Vater der keltischen Kirche betrachtet.

sgd


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