Vorbilder

Pirminius

Moderne Statue des Pirminius auf der Insel Reichenau

Pirminius – ein Mensch, der in Bewegung blieb. Selbst wenn er sich niedergelassen hatte, war Pirminius sich seines Pilgerdaseins stets bewusst und als Nachfolger des Fremdlings Jesu war die Gastfreundschaft seine vornehmliche Aufgabe. Wo Pirminius auf seiner Pilgerreise Klöster gründete oder prägte, da kamen die Menschen mit Fremden in Kontakt und erhielten Zugang zu Bildung und Kultur. Darin kann uns Pirminius ein Vorbild sein.

Pirminius war Zeit seines Lebens ein Pilger. Aus welcher Gegend er ursprünglich kam, können wir heute nicht mehr genau sagen. Anfang des 8. Jhs. trifft er jedenfalls auf einer Bodenseeinsel ein, die heute Reichenau genannt wird. Nach nur wenigen Jahren allerdings muss Pirminius aufgrund politischer Querelen ins Elsass fliehen. Dort wandert er umher und wirkt in verschiedenen Klöstern in den Vogesen und rund um Straßburg, bleibt aber nie wirklich lange an einem Ort – in rund zehn Jahren ist er an vier, wahrscheinlich sogar an mehr Orten tätig. So geht er hinauf bis in die Südpfalz, bis er in Hornbach nahe Pirmasens bleibt und dort etwa 753 n. Chr. stirbt.

Wo Pirminius hinkam, gründete er neue Klöster oder reformierte bestehende. Wenn man in einem Kloster noch der radikalasketischen irischen Columbansregel folgte, setzte er die mildere Benediktsregel ein. Fest hielt er dagegen an der Peregrinatio, der Pilgerschaft um Christi willen, der geistlichen Kraft irisch geprägter Spiritualität - seine Mönche nannte er „Pilgermöche“, das Kloster „Hort der Pilger“ und die Mönchsgemeinschaft war für ihn eine Gemeinschaft unter Pilgern. Infolgedessen ermahnte Pirminius seine Mönche, durchziehenden Pilgern Schutz und Herberge zu gewähren, was für damalige Verhältnisse ungewöhnlich war, weil man einen Pilger normalerweise als rechtlosen Fremden abwies oder sogar anfeindete - eine Horizonterweiterung für die Landbevölkerung.

Pirminius half am Bodensee, im Elsass und in der Pfalz, Zentren der Kultur und Gelehrsamkeit aufzubauen. Er, selbst ein Literaturkenner, brachte Bücher mit sich und pflegte in seinen Klöstern die Gelehrsamkeit. In ihnen bildete sich folglich, wie z. B. in seinem Reichenauer Kloster, eine rege Schreibtätigkeit heraus und schon bald besaß Reichenau die bedeutendste Bibliothek des Abendlandes. Zudem entwickelten Pirminius Klosterzentren den Ackerbau und die Gartenkultur. Pirminius wurde so - lange vor der karolingischen Kulturreform - zum Kulturträger in Gegenden, die bis dahin dem kulturellen Verfall preisgegeben waren.

Pirminius – ein Mensch, der in Bewegung blieb. Selbst wenn er sich niedergelassen hatte, war Pirminius sich seines Pilgerdaseins stets bewusst und als Nachfolger des Fremdlings Jesu war die Gastfreundschaft seine vornehmliche Aufgabe. Wo Pirminius auf seiner Pilgerreise Klöster gründete oder prägte, da kamen die Menschen mit Fremden in Kontakt und erhielten Zugang zu Bildung und Kultur. Darin kann uns Pirminius ein Vorbild sein.

sgd


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