Vorbilder

Theresa von Avila

Theresa von Avila, Gemälde von François Gérard (1827)

Die dunkle Zeit Ihrer Krankheit krempelte die schöne und quirlige Theresa um - sie entdeckte das "innere Gebet" und ihren Auftrag zur Reform.

Da liegt sie. Schon drei Jahre ist Theresa ans Bett gefesselt. Teilweise gelähmt. Niemand weiß, was mit ihr los ist, nicht einmal sie selbst. Einmal steht es besonders schlimm um sie - sie fällt für drei Tage in eine todesähnliche Starre, ihre Mitschwestern heben schon das Grab aus. Doch sie fängt sich wieder, wird gesund - es ist ein Wendepunkt ihres Lebens.

Rebellische Schönheit

Theresa wurde um 1515 in Avila in Spanien geboren. Als Kind adliger Eltern war sie die umschwärmte Schönheit der Stadt. Immer noch ist es deshalb rätselhaft, warum Theresa das Leben im Kloster wählte - mancher vermutet, sie habe einfach keine Lust gehabt, sich einem Ehegatten unterzuordnen. Weil der Vater gegen Theresas Pläne war, riss sie von zuhause aus und wurde bei den Karmeliterinnen aufgenommen.

Zwischen Pralinen und Gottesdienst

Das Klosterleben bereitete ihre große Schwierigkeiten. Sie quälte sich durch den Tag, „von Zeitvertreib zu Zeitvertreib“, wie sie ihrem Tagebuch beichtete. Zum Gottesdienst konnte sie sich kaum überwinden. 

Verlockender erschien ihr da das Sprechzimmer - dort wurde man mit dem Stadtgespräch oder mit Pralinen von der anderen Seite der Klostermauern versorgt. Wie alle adligen Doñas im Kloster lebte Theresa in einem hübschen Apartment. Einfache Señoras dagegen blieben im großen Schafsaal. Gütergemeinschaft gab es nicht. Doch so wurde Theresa nicht glücklich - hin und her gerissen zwischen ihrem alten und ihrem neuen Leben.

Unfreiwillig ausgebremst

Dann aber wurde sie krank. Zur Ruhe gezwungen. In dieser Zeit lernte Theresa eine neue Form des Betens, sie begann „innerlich“ zu beten. Dabei trat sie in eine innere und sehr persönliche Gottesbeziehung, ihr Umgang mit Gott lebte von der Freundschaft und dem Menschsein Jesu. Theresa beschäftigte sich also nicht nur kognitiv mit dem Glauben - sie machte betrachtende und erlebte Erfahrungen mit Gott. 

Die große Reformerin

Als sie gesund wird, hat sie einen Auftrag: Sie will ganz in Gott untertauchen, sie erzählt aber auch von ihren Erlebnissen. So will sie den Orden reformieren. Mit dem kleinen Kloster San José beginnt sie. Sechzehn weitere folgen - ein Netz von Reformzentren entsteht in Spanien.

Es ist die Disziplin, die ihre Bewegung so anziehend macht, aber auch ihre Menschlichkeit -  einer schwermütigen Schwester empfiehlt Theresa lieber Spaziergänge statt Andachten, von den üblichen Selbstgeißelungen hält sie nichts. Es ist auch ihre Mystik des Alltags - die rauchige Küche wird für sie zu einem heiligen Ort, denn Gott könne man auch zwischen den Kochtöpfen finden, ist Theresa überzeugt.

Entschlossen bis zum Schluss

Mit zunehmendem Einfluss mehren sich allerdings ihre Neider. In den Konflikten beweist sie eisernen Willen und temperamentvollen Charakter. Für ihre Zeit tritt sie außergewöhnlich emanzipiert auf. 1580 wird ihre Klosterregel von Papst Gregor XIII offiziell anerkannt und damit ihr Werk gefestigt. Nur zwei Jahre später stirbt Theresa.

sgd



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