Vorbilder

Thomas Merton

Thomas Merton (Copyright: John Lyons) Foto: John Lyons

Der frühe Verlust von Familie und Heimat, von menschlicher Gemeinschaft und Zugehörigkeit, das Alleinsein verwandelte sich in die Erfahrung von Einsamkeit, als Merton Gott fand. Schon bald fühlte er sich zu einem monastischen Leben gerufen, zu einem Leben der Kontemplation und des Mitleidens. Doch je mehr er sich zurückzog, schien ihm die Welt zu folgen.

Merton wuchs Anfang des 20. Jahrhunderts auf. Als Sohn von Künstlern und Kosmopoliten, verbrachte er seine Kindheit in Frankreich, USA und England. Doch bereits in seiner Jugend starben seine Eltern und Merton stürzte sich ins Studentenleben Cambridges. Er machte sich einen Ruf als Karikaturist, Witzblattschreiber, Ruderer und Schlagzeuger, aber auch als Frauenheld und Trunkenbold. Erst als er nach New York an die Columbia Universität wechselte, fand er zu einem zweifelnden, zögerlichen Glauben.

Der tiefe Verlust von Familie und Heimat, von menschlicher Gemeinschaft und Zugehörigkeit, das Alleinsein verwandelte sich in die Erfahrung von Einsamkeit, als Merton Gott fand. Schon bald fühlte er sich zu einem monastischen Leben gerufen, zu einem Leben der Kontemplation und des Mitleidens.

Doch auch dieser Weg war für ihn alles andere als geradlinig - von den Franziskanern wurde er aufgrund seiner Vergangenheit abgelehnt und für das klösterliche „Friendship House“ von Catherine Doherty betrachtete er sich selbst als untauglich. Für eine Weile lebte er deshalb eine Art monastisches Leben im Herzen New Yorks, gab jederlei Alkoholkonsum und das Kettenrauchen auf und begab sich immer tiefer ins Gebet. Schließlich trat Merton 1941 doch noch einem Orden bei - dem Schweigeorden der Trappisten. Neben fünf Stunden Feldarbeit und fünf Stunden Gebet, fand er nur wenig Zeit zum Schreiben. Umso verwunderlicher ist es, dass Merton über 70 Bücher verfassen konnte.
   
Nun im Kloster Gethsemani in Bardstown im US-Staat Kentucky, wollte Merton ein Einsiedlerleben führen. Zwar sehnte er sich nach menschlicher Intimität, doch noch viel mehr ersehnte er eine Intimität mit Gott. Diesem Wunsch kam er allerdings erst nach über zwanzig Jahren näher. Nachdem ihm frühere Äbte seines Klosters immer wieder verwehrt hatten, das Kloster zu verlassen, durfte er 1965 zunächst ein abgelegenes Gästehaus und schließlich eine Einsiedelei in den Bergen Kentuckys beziehen.

Doch je mehr er sich zurückzog, schien ihm die Welt zu folgen. Er schrieb einmal: „Wirkliche Einsamkeit ist sich der Nöte dieser Welt zutiefst bewusst - sie hält die Welt nicht auf Armlänge von sich weg.“ (Übers. d. Verf.) Dort in seiner Klause war er im Kontakt mit christlichen Friedensaktivisten, atheistischen Schriftstellern oder militanten Bürgerrechtlern. Sein Interesse an den östlichen Religionen und sein Dialog mit einigen ihrer führenden Vertretern brachten ihn 1968 auf eine Asienreise und nach Bangkok.

Hier war es, wo man ihn am 10. Dezember 1968, am Tag seines Klostereintritts, in seinem Hotelzimmer auffand. Ein blankes Stromkabel des Ventilators hatte ihn im Alter von 53 Jahren getötet.

sgd


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